{"id":62,"date":"2024-07-04T10:22:13","date_gmt":"2024-07-04T08:22:13","guid":{"rendered":"http:\/\/privacy4all.de\/?p=62"},"modified":"2025-11-20T11:04:41","modified_gmt":"2025-11-20T10:04:41","slug":"wissenschaft-an-schuetzenswerte-gruppen-kommunizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/wissenschaft-an-schuetzenswerte-gruppen-kommunizieren\/","title":{"rendered":"Wissenschaft an sch\u00fctzenswerte Gruppen kommunizieren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir suchen immer neue Beitr\u00e4ge f\u00fcr unseren Blog &#8211; einen Call mit allen relevanten Informationen findet ihr <a href=\"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/call-for-blogbeitraege\/\">hier<\/a>!<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n\n<p>von <a href=\"https:\/\/uni-tuebingen.de\/forschung\/zentren-und-institute\/internationales-zentrum-fuer-ethik-in-den-wissenschaften\/team\/martin-hennig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"\">Dr. Martin Hennig<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der Wissenschaft streben wir danach, Erkenntnisse zu gewinnen, zu teilen und zu erweitern. Doch leider erreichen diese Erkenntnisse nicht immer alle Gruppen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Solche nicht-erreichten Gruppen im Kontext von Wissenschaftskommunikation umfassen Menschen, die aufgrund sozialer, wirtschaftlicher, gesundheitlicher oder anderer Umst\u00e4nde einem erh\u00f6hten Risiko der Benachteiligung bei der Teilhabe an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgesetzt sind. Sie werden auch als vulnerabel (also besonders sch\u00fctzenswert) bezeichnet. Dies k\u00f6nnen beispielsweise Menschen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen, ethnische Minderheiten, Menschen mit sehr niedrigem Einkommen oder Menschen in l\u00e4ndlichen Gebieten sein. Ihre Perspektiven, Bed\u00fcrfnisse und Erfahrungen sind vielf\u00e4ltig und sollten in den wissenschaftlichen Dialog einbezogen werden. Auch m\u00f6gliche \u00dcberschneidungen dieser Gruppen sind zu ber\u00fccksichtigen (etwa: sozio\u00f6konomisch benachteiligte Menschen \u00fcber 65 Jahre oder von Armut betroffene Kinder und Jugendliche).&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Wissenschaftskommunikation, die sich an m\u00f6glichst viele Menschen richtet, f\u00f6rdert nicht nur eine gleichberechtigte Verteilung von Wissen, sondern verbessert auch die Qualit\u00e4t und Relevanz der Forschung. Dieses Verst\u00e4ndnis besagt, dass Wissenschaft nicht objektiv und allgemeing\u00fcltig ist. Durch die Einbeziehung verschiedener Gruppen und ihrer Perspektiven und Lebenserfahrungen wird es m\u00f6glich, blinde Flecken zu identifizieren, neue Fragen aufzuwerfen und innovative L\u00f6sungen zu entwickeln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt die Einbeziehung vulnerabler Gruppen zur ethischen Verantwortung der Wissenschaft bei. Forschung darf nicht dazu dienen, bereits bestehende Ungleichheiten zu verst\u00e4rken oder bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen zu benachteiligen. Durch die aktive Einbeziehung vulnerabler Gruppen in den Prozess der Wissensgenerierung und -verbreitung im Rahmen eines dialogorientierten Wissenschaftsverst\u00e4ndnisses k\u00f6nnen wir sicherstellen, dass unsere Forschung verantwortungsvoll und inklusiv ist.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Einbeziehung vulnerabler Gruppen in die Wissenschaftskommunikation keine oberfl\u00e4chliche \u00dcbung sein darf. Der Ansatz erfordert einen tiefgreifenden kulturellen Wandel in der Wissenschaftsgemeinschaft. Er setzt voraus, dass man kontinuierlich \u00fcber die Verteilung von Macht, Status und gesellschaftlichem oder politischem Einfluss aller an der Kommunikation von Wissenschaft beteiligten Akteure reflektiert und sich immer fragt: Wer wird ausgeschlossen? Dies erfordert auch die Zusammenarbeit mit nicht-wissenschaftlichen Vereinigungen (zum Beispiel mit Interessenverb\u00e4nden benachteiligter Gruppen) und die Schaffung von R\u00e4umen, in denen vulnerablen Gruppen eine echte Stimme gegeben wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber den Autor<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"padding-top:0;padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0;flex-basis:50%\">\n<p>Dr. Martin Hennig ist Mitarbeiter im <a href=\"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/diversprivat-das-sind-wir\/\" title=\"\">Projekt DiversPrivat<\/a>. <br>Er ist Medienkulturwissenschaftler und Teamleiter im Bereich Medien und Digitalisierung am Internationalen Zentrum f\u00fcr Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universit\u00e4t T\u00fcbingen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir suchen immer neue Beitr\u00e4ge f\u00fcr unseren Blog &#8211; einen Call mit allen relevanten Informationen findet ihr hier! von Dr. Martin Hennig In der Wissenschaft streben wir danach, Erkenntnisse zu gewinnen, zu teilen und zu erweitern. 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