{"id":397,"date":"2024-12-20T12:11:36","date_gmt":"2024-12-20T11:11:36","guid":{"rendered":"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/startseite\/?p=397"},"modified":"2025-11-20T11:05:35","modified_gmt":"2025-11-20T10:05:35","slug":"fokusgruppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/fokusgruppen\/","title":{"rendered":"Wie Kinder, Senior:innen und Personen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen Datensicherheit wahrnehmen: Erkenntnisse und Schutzans\u00e4tze mittels Fokusgruppen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir suchen immer neue Beitr\u00e4ge f\u00fcr unseren Blog &#8211; einen Call mit allen relevanten Informationen findet ihr <a href=\"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/call-for-blogbeitraege\/\">hier<\/a>!<\/strong><\/p>\n\n\n\n\n\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/sozialpsychologie\/strathmann\" title=\"\">Clara Strathmann<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Daten werden von uns kontinuierlich produziert \u2013 ob beim Schauen von YouTube-Videos, Bestellen von Kleidung oder bei der Recherche nach dem besten Restaurant in der Umgebung. Diese Daten k\u00f6nnen von den Anbietern unter anderem daf\u00fcr genutzt werden, personalisierte Empfehlungen oder Werbung anzuzeigen. Doch welche technischen Prozesse sich genau dahinter verbergen, ist abstrakt. Gruppen, denen ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis dieser Prozesse aufgrund von fehlender Erfahrung oder kognitiven F\u00e4higkeiten fehlt, sind besonders vulnerabel hinsichtlich ihrer Privatsph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel war es, in neun Fokusgruppen mit Kindern (8-10 Jahre), Senior:innen (65+ Jahre) und Menschen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen Einblicke in deren Einstellungen und Wissen \u00fcber Datenfl\u00fcsse zu gewinnen. Mit diesen Erkenntnissen m\u00f6chten wir k\u00fcnftig das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Online-Privatsph\u00e4re vertiefen und dazu beitragen, vulnerable Gruppen besser zu sch\u00fctzen. Unser Fokus lag besonders auf Prozessen, bei denen Daten von Nutzer:innen zu Unternehmen gelangen, dort gesammelt, verarbeitet und weiterverwendet werden. Dabei haben wir YouTube als beispielhafte Plattform behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Basierend auf unserer Studie konnten wir beobachten, dass die meisten Teilnehmer:innen in allen Gruppen ein Grundverst\u00e4ndnis f\u00fcr Mechanismen der Datensammlung aufzeigten. Dabei wurde deutlich, dass Kinder und Menschen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen ihr Verst\u00e4ndnis vor allem auf Prozesse st\u00fctzen, die beobachtbar und greifbar sind. Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Like-Button, den man anklicken kann, der daraufhin seine Farbe ver\u00e4ndert und somit signalisiert, dass man potenziell etwas preisgegeben hat. Dieser Aspekt der Greifbarkeit sollte in zuk\u00fcnftigen Ans\u00e4tzen zur F\u00f6rderung von Privatheit ber\u00fccksichtigt werden und k\u00f6nnte hilfreich sein, um Personen auf Gefahren hinzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Feststellung war, dass besonders die Gruppe der Kinder keine klare Haltung gegen\u00fcber dem Thema Datafizierung (dem Prozess, bei dem verschiedene Aspekte der Gesellschaft in Daten umgewandelt, ausgewertet und weiterverwendet werden) zeigte. Dies k\u00f6nnte auf die Komplexit\u00e4t des Themas und das damit verbundene fehlende Verst\u00e4ndnis zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Anders verhielt es sich bei der Gruppe der Senior:innen, die der Datafizierung gegen\u00fcber eine starke Skepsis zeigten, sich jedoch durch ihre Lebenserfahrung weniger betroffen f\u00fchlten. Diese Haltung k\u00f6nnte die Gefahr bergen, die Potenziale der Datafizierung zu untersch\u00e4tzen. W\u00e4hrend Senior:innen ihr Wissen zu einem gro\u00dfen Teil auf ihre Lebenserfahrung st\u00fctzten, war das Verst\u00e4ndnis von Kindern und Menschen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen h\u00e4ufig von Erfahrungen oder den Erkl\u00e4rungen ihrer Bezugspersonen wie Eltern oder Betreuer:innen gepr\u00e4gt. So erw\u00e4hnten beispielsweise einige Personen mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen, dass sie Cookies aufgrund ihrer Betreuer:innen ablehnten. Worum es sich dabei aber handelte, entzog sich deren Verst\u00e4ndnis. Dieser Befund unterstreicht nicht nur die Relevanz von Bildung und Unterst\u00fctzung der vulnerablen Gruppen beim Selbstschutz, sondern auch von deren Bezugspersonen, wie Eltern, Lehrer:innen oder Betreuer:innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Erkenntnisse verdeutlichen, wie unterschiedlich spezifische Bed\u00fcrfnisse und Nutzungskontexte der verschiedenen Zielgruppen aussehen und dass Bildungsans\u00e4tze an diese angepasst werden sollten. W\u00e4hrend Bildung eine essenzielle Rolle f\u00fcr den sicheren Umgang mit digitalen Technologien spielt, gibt es auch Stimmen, die kritisieren, dass man damit die Verantwortung f\u00fcr den eigenen Online-Schutz auf die Nutzer:innen abw\u00e4lzt \u2013 wenngleich es externe Akteure wie Unternehmen und Regierungen sind, die sich ma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich zeichnen, dass Nutzer:innen auf Schutz angewiesen sind. Neben kognitiven Ans\u00e4tzen (wie Bildung) ist der n\u00e4chste Schritt f\u00fcr unser Projekt, mit den vulnerablen Gruppen gemeinsam M\u00f6glichkeiten zu erarbeiten, wie man intuitiven Schutz gew\u00e4hrleisten kann. Davon sollen letztlich nicht nur besonders sch\u00fctzenswerte Personen profitieren, sondern alle Internetnutzenden. Hierbei geht es speziell um die Entwicklung und Testung sogenannter viszeraler Hinweisreize, die intuitiv auf Gefahren aufmerksam machen und im besten Fall auch Schutzverhalten ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Mehr zu viszeralen Reizen gibt es <a href=\"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/startseite\/2024\/07\/04\/die-privatsphaere-online-schuetzen-mit-viszeralen-signalen-was-bedeutet-das\/\" title=\"Die Privatsph\u00e4re online sch\u00fctzen mit viszeralen Signalen \u2013 was bedeutet das?&nbsp;\">hier<\/a>.                                <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Autorin<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"padding-top:0;padding-right:0;padding-bottom:0;padding-left:0;flex-basis:50%\">\n<p>Clara Strathmann arbeitet seit August 2023 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im <a href=\"https:\/\/privacy4all.de\/startseite\/diversprivat-das-sind-wir\/\" title=\"\">Projekt DiversPrivat.<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir suchen immer neue Beitr\u00e4ge f\u00fcr unseren Blog &#8211; einen Call mit allen relevanten Informationen findet ihr hier! von Clara Strathmann Daten werden von uns kontinuierlich produziert \u2013 ob beim Schauen von YouTube-Videos, Bestellen von Kleidung oder bei der Recherche nach dem besten Restaurant in der Umgebung. 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